GEO Tag der Artenvielfalt 2008
Rückblick
Betriebsamkeit am Tag der Artenvielfalt
Kinder konnten einmal Naturforscher, Tierfotograf oder Umweltreporter sein
"Klirr!" Eine Schachtel mit Objektträgern fällt vom Mikroskopiertisch. Die dünnen Glasscheiben landen auf dem Fußboden. Annika und Marcel sind eifig dabei, sie wieder zusammenzusuchen, denn sie wollen die kleinen zuckenden Lebewesen untersuchen, die sie zuvor aus dem See gefischt haben.
Am 14. Juni begann mit Sonnenschein, doch etwas Morgenkälte, der 10. bundesweite GEO-Tag der Artenvielfalt, auch in Dessau, an der Naturschutzstation Weinberghaus in der Nähe des Kühnauer Sees. Zu einem solchen Tag sind Naturfreunde aufgerufen, innerhalb von 24 Stunden in einem selbst festgelegten Gebiet möglichst viele verschiedene Tier-und Pflanzenarten zu entdecken.

Der Natur auf der Spur ziehen kurz nach 9 Uhr am Morgen auch schon drei Gruppen los -in den Landschaftspark Großkühnau, mit seiner Hartholzaue, den Elb-Auewiesen, Altwassern und Auetümpeln. Christoph Otto, Experte für Amphibien, sucht mit seiner Gruppe am See nach Fröschen und anderem Getier, aber auf Grund der Kälte scheuen diese wohl die Gäste. Anders sieht es bei Dr. Timm Karisch vom Museum für Naturkunde und Vorgeschichte Dessau aus. Der Entomologe versucht gezielt auf Wiesen und unter Bäumen mit dem Kescher Insekten einzufangen, von Erwachsenen und Kindern gleichermaßen bestaunt.
Zurück an der Naturschutzstation wird die "Beute" präsentiert und werden Bestimmungsbücher gezückt. Lukas (12) ganz vorweg, schließlich möchte er auch mal Zoologe werden. Umringt von der Exkursionsgruppe, bestimmt er mit fachkundiger Unterstützung: "Das hier ist eine Raupenfliege. Und das eine Wipfelwanze." Auch ein Wasserläufer und ein Exemplar des Glatten Kugelschwimmers, Hyphydrus ovatus, sind dabei.

Dr. Hendrik Freitag vom Verein für Bildungs-, Umwelt-und Kulturarbeit punkt e.V. schaut mit über die Schultern des Geschehens und erklärt die Idee für diesen Tag: "Wir wollen zeigen, dass es Vielfalt auch vor der eigenen Haustür zu entdecken gibt. Es geht darum, den Blick für den Artenreichtum im eigenen Umfeld zu schärfen und die faszinierenden Lebensformen, die sich in unserer Nähe verbergen, neu zu entdecken." Dr. Freitag, der beruflich als Taxonom am Museum für Tierkunde Dresden das Forschungsprojekt „AQUA Palawana“ leitet, ist sonst mit der Beschreibung neuentdeckter Tierarten aus den Regenwald-Flüssen der Insel Palawan befasst. Zum Abschluss der Veranstaltung wird er dazu in einem Vortrag den jungen Naturforschern von der faszinierenden Artenvielfalt, deren Bedeutung, aber auch ihrer akuter Bedrohung berichten.
Gemeinsam mit der Aktionsgemeinschaft Artenschutz e.V. (AgA) hatte sich der punkt e.V. für kleine Aktivisten etwas Besonderes ausgedacht: die Aktion "Einmal Naturforscher, Tierfotograf oder Umweltreporter sein".
Ausgerüstet mit Digitalkamera, Fernglas und Bestimmungsbuch ziehen Nadine, Christoph und Sophie über die Wiese und an den See, begleitet von Christian Wygoda, der Naturschutz studiert. "Wir wollen auch Kinder auf lockere Weise an das Thema Naturschutz heranführen" erklärt er, und die Kinder sind schon wieder in alle Richtungen im Wald unterwegs.
Am Weinberghaus herrscht auch Betriebsamkeit. Alles, was gefangen und zumeist später wieder freigelassen wurde, wird unter dem Mikroskop untersucht, bestimmt und aufgelistet. "Das hier ist ein Wasserskorpion", hält Julian einen Behälter hoch, um ihn herumzuzeigen. Zur gleichen Zeit ist Hendrik Freitag schon wieder mit zwei Kinden am Mikroskop, Ruderfußkrebse und Wasserflöhe bringen die Kinder bei 30facher Vergrößerung zum Staunen.
Nebenan steht auf einem Plakat "Filmstar zu Gast". Filmstar? Am Artentag? Heiko Bergt vom punkt e.V., der am Filmprojekt beteiligt war, erklärt: "Das ist Fridolin, eine Blütenmantis, wissenschaftlich Creobroter elongata ". Mit Fridolin, diesen Namen haben ihm die Filmemacher verpasst, wurde in 40 Stunden der Kurzfilm „Facettenaugen“gedreht, der im Rahmen der Bonner Artenschutzkonferenz auf einem Festival teilnahm. "Zwar haben wir keinen Preis gewonnen, aber die Filmarbeiten im Raum Dessau-Leipzig und der Schnitt beim Offenen Kanal Dessau haben uns viel Spaß bereitet. Und der Filmstar natürlich auch.", so Heiko Bergt. Und dieser, wie auch der Film, waren im Keller der denkmalgeschützten Naturschutzstation von jung und alt anzuschauen.
Weitere Infomationen
Projektbeschreibung bei GEO mit Fundliste der Arten
Artikel der Mitteldeutschen Zeitung, Dessau-Roßlau
Creobroter elongata / "Facettenaugen" -Kurzfilm zum Schnellfilmfest im Rahmen der UN-Artenschutzkonferenz Bonn - Beitrag von Hendrik Freitag, Heiko Bergt und Thomas Günther
AQUA palawana – Programm zur Erforschung und zum Schutz der Süßwasserfauna der Insel Palawan, Philippinen
Aktionsgemeinschaft Artenschutz e.V.
Unsere Aktion zum Geo-Tag der Artenvielfalt 2006 in Dessau > Projektbericht
Beschreibung
Einmal Naturforscher, Tierfotograf oder Umweltreporter sein
Zum Tag der Artenvielfalt am 14. Juni auch punkt e.V. mit Angebot in Dessau-Roßlau
Zur Einstimmung hier ein paar Fotos von unserer Aktion zum GEO-Tag der Artenvielfalt 2006:



Weitere Infomationen
Mehr über unsere Aktion zum Geo-Tag der Artenvielfalt 2006 in Dessau > Projektbericht
Was? Wann? Wo?
Projektmanager & Mitgliedschaft

Dieses Projekt wird geleitet von hfreitag.
Was?
Wann?
14.06.2008 - 10:00 bis 14.06.2008 - 18:00Wo?
Naturschutzstation Weinberghaus
Burgkühnauer Allee
Dessau
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