Beteiligen - Verstehen - Handeln

Mit dem Projekt "Beteiligen Verstehen Handeln" verfolgte der punkt e.V. 2011 zwei Vorhaben: Zum einen die Etablierung eines Kinder- und Jugendbeirates in der Stadt, zum anderen die Einrichtung einer Jugend-Bank, bei der Kinder und Jugendliche unkompliziert Unterstützung erhalten können, um eigene Erfolg versprechende Ideen umzusetzen. Das Projekt kam bei den beteiligten Kindern und Jugendlichen gut an, musste aber wegen mangelnder Finanzierung beendet werden, bevor die angestrebten Gremien gegründet werden konnten. Dieses Ziel wird von den Projektbeteiligten weiter verfolgt, die sich für die Schaffung des Amtes einer Kinderbeauftragten in Dessau-Roßlau einsetzen.

Bericht: www.lap-dessau-rosslau.de
Juli 2011

Projekt setzt auf die Einrichtung einer Youth Bank und will in der Stadt einen Kinder- und Jugendbeirat etablieren

Kann man den Kids eigentlich Geld in die Hand geben ohne in Sorge zu sein, dass es gleich wieder in Fastfood, Klingeltöne und PC-Games investiert wird? Und überhaupt, gibt es den heute noch Kinder und Jugendliche die bereit sind, sich für ihre eigenen Belange einzusetzen, abseits vom Streit ums TV-Programm und die Spielekonsole?

Nicht nur der Lokale Aktionsplan für Demokratie und Toleranz Dessau-Roßlau beantwortet beide Fragen unmissverständlich: „Ja!“ Zusammen mit dem Verein Helfende Hände Dessau Roßlau e.V. und dem punkt e.V. hat der Aktionsplan am 1. Juli 2011 das brandneue LAP-Projekt BETEILIGEN - VERSTEHEN - HANDELN gestartet. Das Vorhaben bettet sich dabei in den thematischen Schwerpunkt ein, den VertreterInnen von Vereinen und Institutionen in der letzten LAP-Ideenwerkstatt partizipativ entwickelt haben (mehr dazu hier…).

Das Projekt will mithelfen, die Interessen von Kindern und Jugendlichen gesellschaftlich und politisch umzusetzen. Und zwar so, dass nicht Erwachsene, Politiker und Verwaltungskräfte bestimmen, was für sie gut ist, sondern diese sich selbst engagieren, sich einbringen und ihre Ideen protegieren.

Bis Ende 2011 sollen zwei Konzepte entstehen, die Kinder und Jugendliche in solch aktive Beteiligungsformen bringen können. Dabei gehen die Projektmitarbeiter Daniela Lütje und Heiko Bergt übereinstimmend davon aus, dass in dem Vorhaben zwar eine Grundstruktur für die Implementierung vorgegeben wird, die inhaltliche Entwicklung jedoch von den Kids ausgestaltet wird.

In der Projektsäule zur Entwicklung eines Kinder- und Jugendbeirat, geht es um die Schaffung eines beteiligungsorientierten Kinder- und Jugendgremiums zur Stärkung ihrer ureigensten Interessen, gerade auch gegenüber den politischen Ebenen in der Stadt. Mit einem solchem Rat wird zudem die Wahrnehmung von Kindern und Jugendlichen in der Öffentlichkeit gestärkt (Sichtbarkeit). Die Professionalität der Kinder und Jugendlichen, nämlich ihre Perspektiven und Visionen, sollen dabei aktiv genutzt werden.

Mit der Youth Bank wird zudem ein Kinder- und Jugendfonds eingerichtet. Mit der Gründung einer solchen "Bank" geht es um die unkomplizierte Unterstützung von Anliegen von Kindern und Jugendlichen. Möglich wird die Ausschüttung kleiner Summen für kurzfristige Aktionen, über deren Vergabe die Jugendliche ausschließlich allein - als Experten in eigener Sache – entscheiden.

PartnerInnen des Projekts sind Geber von Know-How, Material und Geld, somit neben Banken auch Unternehmen und unterschiedliche Initiativen. Die Youth Bank versteht sich damit auch ausdrücklich als Vermittler von nicht monetären Leistungen.

Ziel des Projekts ist es, Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 18 Jahren der Stadt Dessau-Roßlau öffentlichkeitswirksam und nachhaltig für Demokratie und Toleranz zu engagieren. Dazu sollen neben den proaktiven Kids im Projektgeschehen, zudem zivilgesellschaftliche Akteure effektiv und qualifiziert vernetzt werden. Nach der ersten Kontaktaufnahme mit den Zielgruppen, sollen diese und ihr soziales Umfeld in alle Projektphasen aktiv eingebunden werden.
In der Vorbereitungsphase ist vorgesehen, nach der Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle, den KooperationspartnerInnen und UnterstützerInnen für beide Projektsäulen eine Grundkonzeption vorzulegen. Ab August werden Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Träger sozialer Projekte und Schulen aufgesucht, um dann im September 2011 interessierte Kinder und Jugendliche in das Projekt einzubinden.

Neben den regionalen Trägern werden auch Unternehmen und örtliche Banken zur Projektunterstützung angefragt. Aber auch das Engagement von StadträtInnen aller Fraktionen und natürlich das der interessierten Kinder und Jugendliche von 9 bis 18 Jahren ist gefragt.